ZOMBIE-NEWS

„Freiheit ist Befreiung.“ Herbert Marcuse

Kaputt (TXT) Fundort: Internet (das "andere") :-)

Jun 202018


A l l e s i s t K a p u t t


Beschäftigt man sich intensiv mit Software und hat dabei noch ein
bisschen Idealismus übrig, muss man notwendigerweise zum Zyniker
werden, denn: alles ist kaputt. Ja - alles. So kaputt, dass es gar
nicht auffällt, dass man es gar nicht bemerkt, eine alternative
Realität, deren Unwahrheit wir jeden Tag unbewusst wahrnehmen aber
bewusst verdrängen, da die Alternativen zur Realität als zu fremd,
zu schmerzhaft, zu banal empfunden werden, als dass man sie wirklich
als Alternativen akzeptieren könnte.

Wo soll man anfangen? Bei den ungenügenden, barocken und verwachsenen
Programmiersprachen, diesen Unfällen der sogenannten "Informatik", diesen
Notbehelfen autodidaktischer Ingenieure, die aus Mangel an vernünftigen
Werkzeugen, für untermotorisierte Rechner sich irgendeine junge,
nett aussehende Sprache griffen, sie aller Originalität entkleideten,
sie provisorisch implementierten, um letzten Endes dann Computerspiele
darin schreiben zu können, nur damit diese so schon behelfsmässigen
Sprachen dann von einem unterbeschäftigten Dänen stümperhaft eine
ad-hoc Variante des gerade in Mode befindlichen Programmierparadigmas
angeflanscht bekommen und vollends geschändet werden? Denn das ist C++
und nichts anderes, da ändert auch ein nachträglich erfundener Mythos
von ach so durchdachten Design nichts mehr daran.

Und das Drama ist damit hier noch lange nicht zu Ende, in einer
Profession, in der Fehler im Entwurf einfach durch Aufaddieren neuer
Entwürfe wettzumachen versucht werden. Und das ist überall so - jede
Unzulänglichkeit wird erst einmal durch ein neues Extra überdeckt,
ein Spiel um die Aufmerksamkeit, Ablenkungsmanöver fürs hörige
Volk der Softwareentwickler, die alles mitmachen, wenn es nur neu oder
chic erscheint oder als solches verkauft wird. Überhaupt ist es nur
schwer zu begreifen dass Programmierer leichter zu beindrucken sind,
als 13-jährige Schulmädchen, sind ja auch erstere selten reifer oder
erfahrener als diese.

Oder soll man von den sogenannten Programmierparadigmen selber reden?
Objektorientiert war ja mal sehr angesagt, es sollte alles einfacher,
schöner, wahrer und besser machen. Hat aber auch nichts gebracht, ausser
das heutige Software grösser, langsamer und fehleranfälliger geworden
ist. Was soll dann erst passieren, wenn sich funktionale Programmierung
durchsetzt? Man muss um jedes gescheiterte sogenannte Programmierparadigma
froh sein, ist uns doch zumindest das eine oder andere Leiden auf diesem
Wege erspart geblieben, oder zumindest einige der ermüdenden Kreisläufe
im Leben der Programmiererhypes, der ewige Reigen von Uninformiertheit,
Euphorie, Prahlerei, Zweifeln, Flügelkämpfen, Untergang und zuletzt
Verachtung für eine Sprache, eine Architektur oder ein Modell. Immer
das gleiche, denn es wird etwas gesucht, das es nicht gibt: DIE ANTWORT.

Man muss es sich doch einmal vor Augen halten: so ungefähr ein
halbes Jahrhundert Softwareentwicklung, und nie waren die Erzeugnisse
dieser Industrie qualitativ schlechter, Ressourcenintensiver oder
unzuverlässiger als heute, gerade wenn man bedenkt wieviel Energie,
Lebenszeit und Hardware investiert wird, um diese Erzeugnisse halbwegs
zum Laufen zubringen. Warum ist das so?

Vielleicht ist es die Haltung, in einer Welt, in der Konsum unser
physisches Dasein steuert und kontrolliert, in welcher dieselbe
Einstellung sich auf jeden kreativen Akt ausbreitet - ein "Womit",
anstatt ein "Wie" - welche Sprache, welches Framework, welche Methode,
welches sogenannte Programmierparadigma kann erworben werden, dass
mir die Lösung aller Probleme verspricht, ohne dass ich auch nur eine
Minute meine Absichten und Ziele oder die Art und Weise, wie ich diese
verwirklichen will, in Frage zu stellen. Eine völlige Überwältigung
externer Reize und Waren, die das Denken und Nachdenken betäubt,
Kreativität zur Verwaltung verkommen lässt und dem anerzogenen Trieb
zur Bürokratisierung fröhnt. Und darin kann man sich suhlen, in APIs,
in Schnittstellen, in Schichtenmodellen, in Infrastruktur, in Prozessen,
in Werkzeugen, in Meta-Werkzeugen, da gibt es keine Grenze, kein Ende,
da lässt sich dieser Trieb ausleben bin zum Exzess, da trifft sich
die - immerhin verständliche - Unlust zur ständigen intellektuellen
Anspannung mit dem schlechten Gewissen, unproduktiv zu sein und findet
eine Ebene der Verständigung mit den Weltanschauungen der ahnungslosen
Projektmanager und eingetrockneten und rückständigen Bürokraten.

Aber wo sollte man es auch lernen? Im Sumpf des Internets, bei den
Propheten der Selbstvermarktung, den Fowlers und Martins und Becks,
die jedes Jahr ihre neueste Afterphilosophie als ultimative Antwort
präsentieren? Oder bei den Vertretern einer Pseudowissenschaft,
die, vom Mathematikneid geprägt, dem ganzen Improvisationstheater
des Softwarezusammenklatschens die Aura der formellen Rigidität und
Vernunft geben möchten und dies mithilfe herablassender Dozenten und
durch Professoren, die irgendwann einmal beschlossen haben, das sie
schon alles wissen was man wissen muss, in Form von völlig überholten
Praktiken in die Köpfe junger, formbarer Menschen einhämmert?

Es ist geradezu dialektisch, wie jede menschliche Massnahme, die das
Chaos und die Einfallslosigkeit beseitigen soll, sich durch mangelndes
Verständnis des eigentlichen Problems letztendlich in sein Gegenteil
verkehrt und wo die einst ehrfurchtsvoll angebeteten Rezepte zur
Auflösung des Durcheinanders am Ende die Probleme nur verschieben
und zusätzlich verstärken. Aber das kann ja schon ausreichen, das
Verschieben, ist die Aufmerksamkeitsspanne des Menschen doch gering
genug, und kurzfristige Erfolge waren schon immer gern gesehen und eher
respektiert, das haben wir ja von der Wirtschaft gelernt, wo langfristige
Planung grundsätzlich nur dann stattfindet, wenn es um Monopolbildung
geht. In diesem Sinne ist alles ganz logisch und richtig so wie es
ist. Es geht schliesslich um Profit, und nicht um zuverlässige, robuste
oder einfache Software, da wollen wir uns nicht romantischen Illusionen
hingeben und schön auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Die Sachzwänge,
Sie verstehen. Die Hegemonie eines wirtschaftlichen Kreislaufes und
verselbstständigter Bürokratien bestimmt unsere Sprache und unser Denken
über technologische Vorgänge, und sie tut dies umso mehr, je neuer diese
Technologien sind. Denken und Sprache werden heute von Vermarktung und
Politik geprägt, von Werbung und Schein, denn es gilt etwas zu verkaufen.
So wird ein selbsterlerntes und praktisches Handwerk im Nachhinein als
strikte Ingenieurswissenschaft verklärt, in die man tiefe Prozesse
und wundersame Architekturen hineinträumt, welche letztendlich auch
entstehen; wo Komplexität erschaffen wird um der Komplexität willen,
denn wir wollen uns als Herrscher über diese Komplexität sehen,
das Gefühl geniessen, sie im Griff zu haben. Wenn schon Einfachheit,
dann eine abstrakte, unbestimmte, der jeder gerne zustimmt, aber niemals
wollen wir etwas mit dieser konkreten Einfachheit zu tun haben - das
riecht nach Banalität, nach Hobby, nach mangelnder Professionalität,
nach dicken Hornbrillen in abgedunkelten Kinderzimmern. Einfachheit hat
einen schalen, ernüchternden Beigeschmack, klingt nach Askese, nach
Verzicht, und Verzicht ist uns in der Konsumgesellschaft unerträglich
geworden. Nein, es muss immer "mehr" sein, wir glauben alles durch
weitere Schichten, Proxies, Gateways, Abstraktionen lösen zu können,
aber die ungewünschten Nebeneffekte und problematischen Aspekte einer
Technologie können nicht durch mehr Technologie behoben werden.

Wir leben in einem technologischen Prekariat, und haben das Scheitern so
sehr verinnerlicht, dass wir es gar nicht mehr wahrnehmen. Die Reaktion
auf dieses Scheitern ist nur Ansporn, durch noch mehr Technologie zu
reparieren, was eigentlich nicht mehr zu reparieren ist, und nennen es
"optimieren", in blinder Verkennung der Situation. Die, die noch ohne
Sarkasmus oder Hähme von einem Internet der Dinge sprechen können,
die kurzweiligen Transhumanisten mit Gottkomplex in den Vorständen, die
Fachpresse die nun mal von leeren Worthülsen und -blasen lebt, und die
geistig oder körperlich vergreisten Mitglieder der wissenschaftlichen
Einrichtungen, sowie die das Geschäft witternden Technokraten der
Industrie, die doch immer technologische Kleinbürger und Kleinkinder
bleiben werden, plappern weiterhin von unbegrenzten Möglichkeiten, von
scheinbaren Innovationen, von den Wohltaten totaler Überwachung, kurz
von Versprechungen vager und doch völlig abstrakter und unbestimmter
Verbesserung trivialer Lebensumständen, während in Wirklichkeit die
Tendenz zur allgemeinen Existenz im Schrott, in einem Meer von kaum
funktionierenden Billigprodukten für jeden sichtbar sein muss, der
sehen kann.

Nein, alles ist kaputt. Die Industrialisierung einer Tätigkeit nimmt
ihr die Seele, macht aus Kreativität Fliessbandarbeit, aus überlegtem
Erschaffen tumbes Zusammensetzen. Selbst die Softwareentwicklung
wurde taylorisiert, eine der letzten Bastionen introvertierter
Geistesproduktivität ist mechanisiert, Pairprogramming und Scrum sind nur
die letzten, die augenscheinlichsten Auswüchse, die jeden Gedankenschritt
kontrollierbar machen, die alles in kleine, einfache, planbare Handgriffe
zerlegt. Bloss nicht nachdenken, bloss nicht zurücklehnen, um eventuell
das Ganze in Frage zu stellen, den Sinn des Zweckes zu hinterfragen,
nein, immer produktiv sein, das die Tastatur nur so raucht.

McIlroy's "Software-ICs", dieses etwas naive, aber gutgemeinte Ideal
frei kombinierbarer Komponenten, sind schon längst da, nur sind die
Schnittstellen eben nicht so sauber und hygienisch, wie das damals auf
dem Papier aussah, wir leben eben in einer schmutzigen Wirklichkeit, und
die verlangt Konformität, nicht nur in unserem Aussehen und Verhalten,
sondern auch in den sogenannten Standards und den erzwungenen, ach
so "organisch gewachsenen" - ein Euphemisums, der verboten werden
sollte - Protokollen, von denen wir denken, sie unterstützen zu
müssen oder zu sollen. Die Wiederverwertbarkeit wird zum Fetisch, das
Neuerfinden zum Tabu, und das in einer Welt der totalen Verschwendung von
Ressourcen und Energie, speziell der geistigen, gibt es doch immer genug
Menschenmaterial, das endlose, sinnlose Arbeit als Produktivität und
einen vagen Überblick über unzählige Softwarewerkzeuge und sogenannte
Programmierparadigmen als Professionalität verkennt.

Aber selbst ohne die kruden Protokolle, ohne die überholten Standards
oder die Schnittstellen zu zweifelhafter Funktionalität zu unterstützen,
selbst dann wäre es kaum besser - denn die Vorstellung von Programmieren
als Montage fertiger Komponenten ist ein Irrtum. Software ist keine
Elektronik, kein Haus, kein Auto und keine Powerpoint-Präsentation. Die
wirklichen, die ganz wenigen Beispiele von effizienter, robuster und
einfacher Software, sie wurden von einer einzigen Person geschrieben,
oder von sehr kleinen, informellen Gruppen. Wir kennen solche Beispiele,
jeder kennt sie - aber wir legen sie in die Schublade der Geschichte,
als Anekdoten, kleine nutzlose Kunstwerke, die uns mal faszinierten, aber
doch nicht richtig dem entsprechen, was wir uns unter "normaler" Software
so vorstellen, "richtige" Software, die natürlich alle Protokolle,
Betriebssystemversionen und Plattformen unterstützt, dem neuesten Schrei
der Benutzerschnittstellenmode entspricht, Themable und Plug-in-fähig,
die Workarounds für Betriebssystem-, Prozessor- und Compilerbugs hat,
und die "skaliert", egal, ob das wirklch wichtig ist oder nicht, egal,
ob das jemals auf etwas anderem als meiner eigenen Kiste läuft. Dazu ist
unsere Eitelkeit zu gross, unsere Hoffnung dafür bewundert zu werden,
nicht gering genug.

Man muss sich nur ansehen, zu was die Programmiersprache C verkommen ist:
Einst ein Beispiel von geradlinigstem Pragmatismus und handwerklicher
Einfachheit, mit eingestandenen Mängeln, ist nun die Spielwiese
spitzfindiger Scholastiker geworden, wo es Jahrzehnte an Erfahrung und
das Studium geheimer (oder zumindest nicht frei zugänglicher) heiliger
Schriften benötigt um die letztendlich wahre Bedeutung irgendeines
Sprachkonstrukts zu ermitteln. Dies ist in C's letztem Bastard C++ nur
zu offenkundlich, beschränkt sich aber nicht darauf, da man auch in
C inzwischen schon präventiv dafür sorgen muss, dass der Übersetzer
nicht die Ahnungslosigkeit des Benutzers ausnutzt um zu seinem eigenen
Vorteil noch irrelevante Geschwindigkeitssteigerungen herauszuholen. Die
Schicht zwischen Betriebssystem und Programmierkonstrukt hat sich
aufgebläht, ist nahezu definitionsfrei und undokumentiert oder so
hoffnungslos verwirrend und widersprüchlich dokumentiert, dass es
am Ende auch keinen Unterschied mehr macht. Hier treffen sich die
Unzulänglichkeiten der Betriebssysteme, der binären Schnittstellen,
der Prozessorarchitekturen und der Programmiersprachen und werden
gewaltsam zusammengefügt - hier ist man wieder pragmatisch, aber im
negativen Sinne, hier wird zusammengestückelt und zusammengeleimt,
was eigentlich nicht zusammengehört. Die Antwort darauf? Natürlich
noch mehr Technologie, oft auch monopolisiert in Form von proprietären
"Entwicklungsumgebungen", die den Unrat hinter unintuitiven Oberflächen
verstecken. Ein Zustand in dem die Gefahr besteht, die Kontrolle zu
verlieren wird isoliert, eingefriedet, indem unzuverlässige Werkzeuge
durch weitere Werkzeuge, zusätzliche Schichten, abstraktere Notationen
und Prozesse zur Eindämmung erfunden und umgesetzt werden. Denn hier
handelt es sich um glorifizierte Schadensbegrenzung, um nichts anderes.

Zum "Web" gibt es wohl nichts mehr zu sagen - da weiss selbst der
eingefleischteste Webentwickler nur genug um die Scheisse mit der er
oder sie sich tagtäglich auseinandersetzen muss. Browser stehen für
alles was falsch ist in Sachen Softwaredesign. Aus einem provisorischen
Hack wird ein Hype, und Markt und Kommitees sorgen dafür dass das
Ergebnis kontinuierlich an Brauchbarkeit verliert. Das Web-Modell und
Web-Sprachen verselbstständigen sich dann, bis sie alles vergiftet haben
und wir mit sowas wie node übrigbleiben, der inofffiziellen Müllkippe
der Softwareentwicklung, in der Horden von geistig minderbemittelten
halbverstandene Ideen aus den 60er Jahren auf dilettantische Art und
Weise neu implementieren und dann... vergessen.

Und jetzt kommen die "UNIX-Hater" und Smalltalk-Enthusiasten, die
schon immer alles besser gewusst haben, die aber auch keine wirkliche
Alternative bieten und eine verklärte und romantisierende Vorstellung von
Zeiten haben, die nicht dadurch besser waren, weil sie vernünfitgere
technologische Ansätze hatten, sondern nur weil noch ein bisschen
Pragmatismus und Askese vonnöten waren, zur Einfachheit zwingend, denn
man lebte noch nicht im dekandenten Überfluss der Gigahertz-CPUs und
Terabyte-Platten, kümmerte sich noch nicht um verhunzte Protokolle
und Pseudo-Standards, die heute jeder denkt, einhalten zu müssen,
obwohl sie nichts taugen und von unfähigen Bürokraten erdacht wurden,
bzw. aufgeweichte und absurde Kompormisse darstellen. Leute wie Alan
Kay halten auch immer nur noch die gleichen Vorträge, jammern, das
sie niemand verstanden hätte und suggerieren, sie hätten irgendeine
geheimnisvolle Lösung parat. Haben sie nicht - ihre Zeit ist vorbei und
es fehlt ihnen die Bescheidenheit zuzugeben, das es nicht darum geht, wie
die Widgets nun aussehen, und welche Metapher nun am geeignetsten wäre.

Und nun kommen wir noch zu denen, die man besser ignorieren sollte,
aber die aufgrund von grenzenloser Überheblichkeit und Mangel an
praktischer Erfahrung immer noch glauben, lautstark eine weitere
Sackgasse der Softwareevolution als echte Alternative propagieren zu
müssen: die Lispmaschinenfanatiker. Dabei braucht es gar nicht viel
Einbildungskraft, um zu erkennen was herauskommt, wenn man unreife
Studenten naturwissenschaftlicher Fächer nimmt und ihnen Zeit und
Ressourcen bietet um grenzenlos übertriebene Abstraktionen und
Architekturen für alltägliche Probleme in einer (zugegebenermassen
äussersts flexiblen Sprache) zu produzieren. Und was sagt dann der
handelsübliche Lisp Fanatiker in seiner endlosen Arroganz, sich hinter
Vergangenem versteckend, weil er nicht die Fantasie hat, die Gegenwart zu
verändern: Es war der Markt und die politische Entscheidungen unfähigen
Managements, welches zuviel versprach und zuwenig lieferte und am Ende
alles zu Fall brachte. Aber so unfähig nahezu jedes Management auch
sein mag, und so blind und zufällig der Markt auch funktioniert, es
ist zu einfach, diese als Sündenbock zu verurteilen. Es war alles zu
obskur, zu komplex, zu esoterisch und zu schwer zu benutzen, ein Ideal
von maschinennaher Programmierung in einer dynamischen Programmiersprache,
nur fasziniernd für den, der es implementiert, aber nicht für den der es
am Ende benutzen muss. Robustheit umdefiniert zu einem "Alles jederzeit
und von überall zusammenfrickeln können", nicht mehr. Alles Träume,
nur dazu da, sich dem Eingeständnis zu entziehen, das wir es nun einmal
nie schaffen, etwas wirklich richtig zu machen, wenn der eigentliche
Zweck das Richtigmachen als solches ist - anstatt Probleme zu lösen,
enden wir bei dem Versuch das ideale Werkzeug, die ideale Methode zu
finden, welche dann einerseits das Problem als solches nur teilweise
löst und andererseits sich später fast immer als ungenügend für ein
nur leicht unterschiedliches Problem herausstellt, bzw. neue Problem
erzeugt, die natürlich vorher nicht bedacht wurden, was an sich nichts
Ungewöhnliches ist, aber den vorherigen Aufwand und den Anspruch der
Grossartigkeit nicht rechtfertigt.

Larry Wall hatte ausnahmsweise mal Recht, als er von den drei
Tugenden des Programmieres sprach: der Faulheit, der Ungeduld und der
Anmassung. Natürlich ist das völliger Unsinn, aber Worte können nun mal
alles bedeuten und drücken oft genau das Gegenteil dessen aus, was der
Sprecher zu meinen vermutet. Denn Faulheit, Ungeduld und Anmassung sind
in der Tat die drei herausragendsten Eigenschaften des Programmierers,
aber es sind eben Laster und keine Tugenden, es sind die Grundübel,
denen wir tagtäglich unterliegen.

Nein, es besteht keine Hoffnung, und das ist gut so. Wir haben es
verlernt, wie man das Notwendige herstellt, um das offensichtliche
Angemessene umzusetzen. Da nützt auch kein Rückzug in eigene kleine
Welten der Einfachheit (wenn es auch gut tut), denn jede Schicht ist schon
beschädigt, und Isolation oder Abstraktion schafft die Probleme nicht
aus der Welt, erzeugt nur neue, denn das "Darunter", das Betriebssystem,
die Hardware, die ABIs, alles verändert sich, ob wir es wollen oder
nicht. Denn Veränderung suggeriert Innovation, steigert die Chancen der
Vermarktung und gibt uns die Möglichkeit, Produktivität vorzutäuschen.

Auch sind unsere Ansprüche durch zu lange Gewöhnung deformiert worden,
wir wollen nicht auf Irrelevantes verzichten, wie "Kompatibilität",
oder "Abstraktion", das können wir uns nicht eingestehen, das bringen
wir nicht fertig. Das Ende ist nah, relativ gesehen, nicht unbedingt
absolut, denn wir können noch gut einige Jahrzehnte so weiter machen,
wir sind ja jetzt schon enorm tolerant gegenüber versagender Technologie,
und das kann noch weiter ausgereizt werden. Der Mensch kann durch Wahn
und Gier viel ertragen, das ist es das ihn vom Tier unterscheidet -
abgesehen von seiner Inkompetenz - denn Ideologie kann jeden noch
so unerträglichen Zustand zumindest bis zu einem gewissen Maße den
Anschein der Erträglichkeit geben.

Was wir brauchen ist ein sehr grosser Meteorit. Und dann werden die
Küchenschaben von vorne anfangen, auf der grünen Wiese sozusagen,
auch wenn diese eher einer radioaktiven Wüste gleichen wird, aber das
wird den Küchenschaben egal sein. Und das ist das einzig richtige,
denn wir Menschen sind nicht zum Programmieren geeignet. Und wer denkt,
dass von Menschen gemachte Maschinen geeigneter wären als wir, hat nichts
verstanden, denn technischer Fortschritt ist keine ewig ansteigende Kurve,
sondern wird irgendwann rückläufig. Das ist leicht zu erkennen, wenn es
einem gelingt, den Wahn und die Ideologie beiseite zu legen und sich den
desolaten Zustand einzugestehen, in dem sich diese von uns geschaffene
Welt befindet.

Also: DU bist Schuld. Du, der du versuchst zu programmieren, der du dir
immer wieder versicherst, das alles im Griff zu haben, der Komplexität
Herr zu sein, alles lernen zu können. Denn Meisterschaft lässt sich
nicht erringen, verdienen oder erkaufen - Meisterschaft kommt erst mit
dem Verzicht, wenn du erkennst, daß das was nicht durch aktives Handeln
entsteht, das ist, was Qualität ausmacht. Sieh es ein: Du kannst
es nicht, genauso wenig wie ich, also gib es vor Dir und der Welt zu,
und versuche nicht den Eindruck zu erwecken als könntest Du es. Das
"Impostor Syndrom" ist keine Abnormität, sondern eine ganz normale
Reaktion deines Denkens. Dir mag mal ein Projekt gelingen, etwas,
was nicht ganz so katastrophal endet, ein Häufchen Code, dessen du
dich ein Jahr später nicht allzusehr schämen musst, aber das sind
wirklich nur Einzelfälle. Lache darüber, nimm dich nicht so ernst,
bewerte nicht mehr und versuche das einfachstmögliche zu produzieren,
mit geringstem Aufwand, das was gerade noch funktioniert, und das du
jederzeit wegwerfen und neumachen kannst.

Eben: Demut.

https://codemadness.org/gopherproxy/?q=gopher%3A%2F%2Fschinkel.bevuta.com%2F0%2Frants%2Fkaputt.txt

Microsoft ist Krebs für freie Software

Apr 272018

M$ hat sich bei Github eingekauft, wenn du ein systemd "problem" hast musst du dich bei M$ "anmelden" (Microsoft Investor Relations - Acquisitions History - würg, ist ne ASPX seite) 

Bei 'ner LUG in die Groupware - mit ActivSync ...

PAM "fuckups" 

Samba4 sucks!

to be continued ....

 

 

Aber, ich hoffe das diese Menschen die so'n Zeug "programmieren" genauso ficken! Denn dann besorgt die Evolution den Rest.

"Kein Sex mit M$ "Codern"" #LOL 

Freie Software gegen Tributökonomie

Apr 272018

Elektronische Wegelagerei

Kontext:

Allerdings ist es Microsoft bisher gelungen, seine 50 Milliarden US-Dollar Umsatz aus Lizenzen zu verteidigen,
obwohl es bessere, tributfreie Alternativen gibt und Microsoft-Programme enorme Sicherheitslücken aufweisen,
die regelmäßig von Kriminellen und staatlichen Überwachungsorganen genutzt werden. Die Strategie des Monopolisten
besteht darin, die Kunden in eine „Lock-in“-Situation zu manövrieren, indem die Kompatibilität mit anderen Systemen
gezielt verhindert wird. Dazu fügt Microsoft zum Beispiel in Word-Dokumente große Mengen von verschlüsseltem Code
ein, der beim Öffnen in anderen Programmen zu Entstellungen führt – und zugleich Hackern Tür und Tor öffnet.

Öffentliche Verwaltungen haben immer wieder versucht, sich aus dem Microsoft-Tributsystem zu befreien, etwa die
Städte Wien und München, sind aber durch Lock-in-Strategien und intensiven Lobbyismus – im Fall der Stadt München
auch durch den Filz zwischen Konzern und CSU – dazu gedrängt worden, zu Windows und Office zurückzukehren.[34]
Microsoft-Lobbyisten sitzen weltweit in Ministerien und Stadtverwaltungen und nutzen mit staatlicher Förderung
Schulen und Universitäten zum Marketing. Der Ökonom Rufus Pollock von der Cambridge University spricht vom
„klassischen Drogendealer-Modell“: früh abhängig machen und dann ein Leben lang zahlen lassen.[35]

Quelle: Kontext, ganzer Artikel

die letzten Zuckungen der "freien" Software...

Apr 112018

In einem Artikel auf Linux-Mag geht es um einen Streit bezüglich des Lockdown bei Secure Boot. Ich sehe das ähnlich wie der "Gütige Diktator" "Secure" Boot war ja ursprünglich 'ne Erfindung um zu verhindern das "ein jede/r" sich sein GNU/Linux starten kann. 

Das ist aber kein "unausgesprochener Plan" oder ähnlich Verschwörerisches ;-) "Hey, it's pure capitalism stupid!"

Bei mir höhrt das Verständnis und die Toleranz gegenüber Komerz schon da auf wo Paketnamen! mit MARKEN-Name versehn sind! Bspw: "googlevoicehat-soundcard.dtbo" 

Ich bin so was von angepisst, solln'se doch mal Ihren Drecksladen ganz analog aufmachen, gebt mir'n Analoges Target Ihr Money-Monkeys!

 

 

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